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WORT & MUSIK: „Matthäus-Passion“

Susanne Rode-Breymann | Foto © Philipp Ottendörfer
Susanne Rode-Breymann | Foto © Philipp Ottendörfer
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Wilhelmshaven | Burg

5. Juli 2017
20:00 Uhr

Programm

„Warum rührt uns die Matthäus-Passion?“
Johann Sebastian Bach „Goldberg-Variationen“
(Ausschnitte)

SUSANNE RODE-BREYMANN Vortrag
IWAN KÖNIG Klavier

Johann Sebastian Bach und mit ihm seine Musik geriet nach seinem Tod 1750 in Vergessenheit. Zu trocken und „gelehrt“ erschienen den Nachgebornen seine von kunstvollster kontrapunktischer Arbeit durchzogenen Werke – sie bevorzugten die leichteren, modischeren Kompositionen der Bach-Söhne. Als der gerade einmal 20-jährige Felix Mendelssohn 1829 die „Matthäus-Passion“ erstmals wieder auff ührte, war der Erfolg enorm – und Bachs Musik schlug eine bis heute ungebrochene Liebe und Bewunderung entgegen. Wie ist das möglich?

Zum Konzert

Die Musikwissenschaftlerin Susanne Rode-Breymann geht unter dem Titel „Warum rührt uns die Matthäus-Passion?“ dieser und anderen Fragen nach, sie gibt jedoch keine abschließende Antwort, sondern lädt zu einer künstlerisch-wissenschaftlichen Annäherung ein. Dabei treten Kunst – der Pianist Iwan König spielt Ausschnitte aus den 1741 veröffentlichten und an der Schwelle zu Bachs kontrapunktischem Spätwerk stehenden „Goldberg-Variationen“ – und Wissenschaft – ein spiralförmiges Nachdenken über Deutungs- und Bezugssysteme zu Bachs 1727 uraufgeführter „Matthäus-Passion“ – in Dialog miteinander.

kultureller Streifzug

DIE KIRCHE IN SILLENSTEDE – Führung
Kirchenkennerin Ingeborg Nöldeke führt durch die St.-Florian-Kirche zu Sillenstede, eine Granitquaderkirche von 1233 mit eindrucksvollem sechsjochigem Apsissaal. Die in ihrer Stabilität gefährdete Südwand wird durch 80 schmiedeeiserne Zuganker zusammengehalten. Sehenswert sind zwei romanische Ziborien, die Raum für Seitenaltäre und Kanzel boten, ein hoher Triumphbogen, den acht urtümliche Heiligenstatuen schmücken, sowie die nach der Reformation eingebaute Adam-Berner-Orgel.

Treffpunkt: Mühlenstr. 2, 26419 Sillenstede
Uhrzeit: 18:00 – 19:00 Uhr

Adresse & Anfahrtsbeschreibung

Künstler

Susanne Rode-Breymann | Foto © Philipp Ottendörfer
Susanne Rode-Breymann | Foto © Philipp Ottendörfer
Susanne Rode-Breymann | Lesung

Susanne Rode-Breymann studierte in Hamburg Alte Musik sowie Musikerziehung an der Musikhochschule sowie Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Literaturwissenschaft an der Universität und wurde 1988 mit einer Dissertation über Alban Berg und Karl Kraus promoviert. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Bayreuth (1988 bis 1992) und Bonn (1992 bis 1996), forschte als Stipendiatin der Paul Sacher Stiftung 1989 in Basel über Anton Webern und habilitierte sich 1996 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover mit Schriften zum Musiktheater der Zwischenkriegsjahre. Von 1996 bis 1999 lehrte sie als Hochschuldozentin an der Musikhochschule Hannover und hatte von 1999 bis 2004 einen Lehrstuhl für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Köln inne (mit zahlreichen künstlerisch-wissenschaftlichen Projekten wie z.B. der Wiederaufführung von Giovanni Bononcinis Il ritorno di Giulio Cesare unter der Leitung von Konrad Junghänel). Sie ist seit dem 1. Oktober 2004 Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und war dort von Juli 2006 bis Juli 2008 Vizepräsidentin. Neben umfangreicher Gutachter- und Gremientätigkeit leitet sie unter anderem die Fachgruppe Musikwissenschaft an Musikhochschulen der Gesellschaft für Musikforschung. Im Februar 2010 wurde sie zur neuen Präsidentin der Hochschule gewählt.

Iwan König | Foto: Karsten Gleich
Iwan König | Foto: Karsten Gleich
Iwan König | Klavier

Iwan König ist seit 2008 stellvertretender Künstlerischer Leiter des Musikalischen Sommers in Ostfriesland. Als Pianist bereiste er Europa, Asien, Amerika und Australien. Er trat in bedeutenden Musikzentren wie der Berliner Philharmonie, Konzerthaus Wien, Musikverein Wien und Chiang Kai-Shek Concert Hall in Taipeh auf und gab Konzerte mit Künstlern wie Vladimir Ashkenazy, Jan Vogler, Zara Nelsova, George Neikrug und Herwig Tachezi. Ein Fernsehauftritt 1978 bei der ARD-Gala „Anneliese Rothenberger stellt vor“ mit seiner Schwester Franziska König (Violine) machte ihn in der Bundesrepublik bekannt. Iwan König ist Preisträger des Chopin-Wettbewerbs in Darmstadt, des internationalen Wettbewerbs „Masterplayers“ in Lugano und des 1. Arthur-Schnabel-Wettbewerbs in Berlin. Von 2005 bis 2007 hatte er eine Gastprofessur in Daejon, Südkorea, inne.