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„Neue Musik“ im 17. Jahrhundert

Torsten Johann © Annelies van der Vegt
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Osteel | Warnfriedkirche

7. August 2020
20:00 Uhr

Programm

„Neue Musik“ im 17. Jahrhundert –
Spätrenaissance contra Frühbarock

Johann Hermann Schein Suite Nr. 10 à 5
Orlando di Lasso „Susanne un jour“ – Madrigal
Johann Sommer „Susanne un jour“ – Paduana
Girolamo dalla Casa
„Susanne un jour“ – Diminution
Jan Pieterszoon Sweelinck Variationen
Biagio Marini
„Sonata quarta per sonar con due corde“
Giovanni Paolo Cima Sonata
Francesco Turini Sonata à tre
Giovanni Battista Fontana Sonata seconda
Francesco Cavalli Canzon à 3

// MECHTHILD KARKOW Violine
// ANNA SCHALL Zink
// TORSTEN JOHANN Orgel

Zum Konzert

Keine Epoche brachte der Musik mehr neue Impulse als die Zeit des Umbruchs zwischen Renaissance und Barock. Erst die musikalische Umsetzung von individuellen Lebensgefühlen, den Affetti, führte zur Komposition von Sonaten, Konzerten und Opern. Die Orgel von Evo Evers aus dem Jahr 1619 in Osteel bietet in perfekter Weise die klanglichen Möglichkeiten, Musik aus beiden Welten darzustellen.

Dazu erklingen die beliebtesten Melodieinstrumente der Zeit: der Zink, ein Holzblasinstrument mit einem Mundstück ähnlich dem einer Trompete, und die Violine, die erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Andrea Amati in Cremona ihre bis heute übliche Form erhalten hat.

Anna Schall aus Aurich spielt auf unterschiedlichen Instrumenten der Zink-Familie und ist in den weltweit renommiertesten Ensembles gefragt. Die gebürtige Emderin Mechthild Karkow lehrt als Professorin an der Leipziger Musikhochschule und ist besonders versiert im Umgang mit sehr unterschiedlichen Typen von historischen Geigenbögen. Torsten Johann, Organist mit Lebensmittelpunkt in Wittmund, ist seit über 30 Jahren der Cembalist des weltbekannten Freiburger Barockorchesters.

Adresse & Anfahrtsbeschreibung

Künstler

Anna Schall © Jurjen Stekelenburg
Anna Schall | Zink

Anna Schall entdeckte schon früh mit der Blockflöte ihre Vorliebe für die Alte Musik, wodurch sie auch auf den Zink aufmerksam wurde. Sie studierte an der Schola Cantorum Basiliensis (Basel) bei Bruce Dickey und Conrad Steinmann und schloss dort 2008 mit dem Diplom für Alte Musik ab. Um ihr Studium zu vertiefen, setzte sie ihr Studium an der Hochschule für Künste in Bremen bei Gebhard David und William Dongois fort. Anna Schall engagiert sich in verschiedenen Besetzungen im europäischen Musikleben, unter anderem mit dem Drottningholm Teaterorkester, Göteborg Baroque, Musiche Varie, der Lauttenkompagney, der Cappella Sagittariana u.v.a.

Torsten Johann © Annelies van der Vegt
Torsten Johann | Cembalo

Der in Wilhelmshaven geborene Cembalist und Organist Torsten Johann initiierte bereits als Schüler die Konzertreihe „Alte Musik Sengwarden/Friesland“. Er studierte Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und schloss dort sein Studium der Cembalo-Solistenklasse bei Lajos Rovatkay ab. Als Cembalist und Continuo-Spieler ist er Mitbegründer des Freiburger Barockorchesters. Seine Beschäftigung mit historischer Musik zeigt sich auch im ständigen Quellenstudium und regelmäßigen Besuchen von Bibliotheken in aller Welt. Mit dieser Arbeit hat er sich besonders für die Programmkonzeption und -auswahl mit Repertoire des 17. Jahrhunderts qualifiziert. Einladungen zu Workshops und Vorträgen führen ihn unter anderem regelmäßig an die Frankfurter Musikhochschule. 2003 gründete er das Sommerfestival „Klassik am Meer“ in seiner Heimatstadt Wilhelmshaven, dort erarbeitet als Dirigent szenische und konzertante Werke von Reinhard Keiser bis Ludwig van Beethoven.

Mechthild Karkow | Foto © Klemens Karkow
Mechthild Karkow | Violine

Seit 2013 Professorin für Barockvioline an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” Leipzig, entwickelte schon während ihres Violinstudiums an den Musikhochschulen Lübeck, Zürich, Hannover, Frankfurt und Basel eine intensive Konzertkarriere. Neben ihrer Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis begeistert sie sich für Neue Musik und Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen, sowohl für Violine als auch für Barockvioline.

Ihre Ausbildung erhielt Mechthild Karkow zunächst an den Musikhochschulen Lübeck und Winterthur/Zürich bei Nora Chastain sowie in Hannover bei Ulf Schneider, wo sie 2005 ihr künstlerisches Diplom Violine mit Auszeichnung erlangte. Weitere wichtige künstlerische Impulse erhielt sie von Antje Weithaas, Shmuel Ashkenasi, Walter Levin, Alexander Lonquich, Eckhard Heiligers, Wolfgang Jahn und dem Carmina Quartett.
Mechthild Karkow ist mehrfache Preisträgerin des Wettbewerbes „Jugend musiziert“ und erhielt 1998 neben einem 1. Bundespreis für Violine solo den Preis für die beste Interpretation zeitgenössischer Musik. Es folgten Rundfunkaufnahmen bei NDR Kultur. 2005 war sie Preisträgerin beim Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds.
Als Solistin (u.a. in den Violinkonzerten von Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Brahms, Prokofjew) und als Kammermusikerin trat Mechthild Karkow mit verschiedenen Orchestern und mit namhaften Künstlern in zahlreichen Ländern Europas sowie in den USA auf. Orchestererfahrung sammelte sie u.a. im European Union Youth Orchestra, im Kammerorchester Basel und im Orchester des Opernhauses Zürich.

Seit 2002 beschäftigt sich Mechthild Karkow intensiv mit historischer Aufführungspraxis und entdeckte dabei die klanglichen und spieltechnischen Besonderheiten der Barockgeige als eine Bereicherung ihres Violinspieles. Unterricht erhielt sie u.a. bei John Holloway, Simon Standage und Lucy van Dael. 2006 entschied sie sich, Barockvioline zu einem Schwerpunkt zu machen, es folgten Studien bei Petra Müllejans an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, die sie mit erfolgreichem Konzertexamen abschloss. Zusätzlich studierte sie in Basel an der Schola Cantorum Basiliensis Barockvioline bei Chiara Banchini und Historische Improvisation bei Rudolf Lutz und Emmanuel Le Divellec, beide Studiengänge beendete sie mit einem Master of Arts mit Auszeichnung.
Sie ist Stipendiatin der Yehudi Menuhin Stiftung „LiveMusicNow“, Gewinnerin des Internationalen Wettbewerbes für Barockvioline „Bonporti 2007“ in Rovereto, Italien, und erhielt einen Sonderpreis beim „Internationalen Bach-Wettbewerb Leipzig 2010“.

Mechthild Karkow konzertiert international als Solistin, Konzertmeisterin und Kammermusikerin in verschiedenen Alte-Musik-Ensembles und tritt bei renommierten Festivals auf wie den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen und Halle, Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Neuen Forum für Alte Musik Zürich, York Early Music Festival, Istanbul Music Festival, Festival Seviqc Brežice. Sie wirkt bei zahlreichen Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit, arbeitet mit Musikern wie Christophe Coin, Andrea Marcon, Mark Minkowski, William Christie und Nikolaus Harnoncourt zusammen und spielt in Barockorchestern wie dem European Union Baroque Orchestra, Orchestra of the Age of Enlightenment, Ensemble 415, European Brandenburg Ensemble, Ensemble Baroque de Limoges, Les Passions de l’âme, Barockorchester La Cetra und dem Freiburger Barockorchester.

Zusätzlich zu ihrer Lehrtätigkeit als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig unterrichtet Mechthild Karkow seit 2015 Barockvioline an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.