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JADE-Quartett & Peter Buck

JADE-Quartett | Foto © Iiro Rajakoski
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Carolinensiel | Deichkirche

18. Juli 2019
20:00 Uhr

Programm

Tan Dun „Eight colors“ für Streichquartett
Maurice Ravel Streichquartett F-Dur
Franz Schubert Streichquintett C-Dur D 956

HANLIN LIANG Violine
HYUNJI YOU Violine
IIRO RAJAKOSKI Viola
SHIH-YU YU Violoncello
PETER BUCK Violoncello

Zum Konzert

Franz Schubert komponierte 1828 nur wenige Monate vor seinem Tod mit dem Streichquintett in der Besetzung mit zwei Celli seinen kammermusikalischen Schwanengesang.Die Musik spiegelt die Tragik eines Menschen, dessen Lebensträume nicht in Erfüllung gegangen sind: Ein Firnis von Trauer liegt über einem der klangschönsten Werke der Romantik. Das Schwanken zwischen der Illusion ersehnten Glücks und dem „fatalen Erkennen der miserablen Wirklichkeit“ zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Stück.

Maurice Ravel unternahm 1903 mit seinem Streichquartett den fünften und letzten Versuch, den begehrten Rompreis zu erhalten, doch wieder standen die Juroren seinem Stück verständnislos gegenüber: Es fehle ihm an Einfachheit, meinten sie – ausgerechnet bei einem Werk, das sich von der Komplikation eines Beethoven oder Brahms distanziert und nichts als Grazie und Sinnlichkeit verkörpert.

Der chinesische Komponist Tan Dun verknüpft in seinen Werken klassische und moderne, asiatische und europäische Klänge. Das Streichquartett „Eight colors“ von 1986 ist Duns erstes Werk nach seiner Emigration nach New York und spiegelt die ersten Berührungen mit westlicher Atonalität.

kultureller Streifzug

Die St.-Nikolai-Kirche in Werdum – Führung
Die 1230 als flachgedeckter Rechteckeinraum errichtete Kirche mit gotischer Ausmalung des Chorgewölbes wurde 1982 restauriert. Der Kirchenstuhl zeigt das Wappen Boing zu Gödens. Sehenswert ist die Kanzel von 1670 und die Diepenbrock-Orgel von 1898.

Treffpunkt: Kirche Werdum, An der Kirche 5, 26427 Werdum
Uhrzeit: 18:00 – 19:00 Uhr

Künstler

Peter Buck © Banu Aksu
Peter Buck | Violoncello

Peter Buck wurde in Stuttgart geboren. Seinen ersten Cellounterricht erhielt er beim Cellisten des Wendling Quartetts Alfred Saal und dessen Sohn Gerhard Saal. Sein Studium absolvierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bei Alfred Gemeinhardt und in der Meisterklasse von Ludwig Hoelscher. Im Anschluss daran vertiefte er seine Studien bei Pierre Fournier, dem er wesentliche künstlerische Impulse verdankt. 1961 wurde er Preisträger beim Deutschen Hochschulwettbewerb in München. Im selben Jahr begann seine Orchestertätigkeit beim neugegründeten Württembergischen Kammerorchester, dem er bis 1967 als Solocellist angehörte.

Als Gründungsmitglied des Melos Quartetts, das sich als Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe sehr rasch profilierte, begann 1965 eine beispiellose künstlerische Tätigkeit auf allen Konzertpodien der Welt. Zahlreiche preisgekrönte Schallplatten- und CD-Einspielungen dokumentieren die fast vierzigjährige außergewöhnliche Karriere des Quartetts. Viele Ehrungen, darunter die Ehrenmitgliedschaft im Verein Beethoven Haus in Bonn und die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes würdigen die Leistung Peter Bucks.

Seit 1980 ist Peter Buck Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart. Für den leidenschaftlichen und erfolgreichen Pädagogen gehört zum Unterricht auch der soziale Aspekt des gemeinsamen Konzertierens – aus Studenten und Absolventen seiner Klasse formierte er das Celloensemble „Rondo Violoncello“, das durch seine homogene und temperamentvolle Spielweise Publikum und Presse gleichermaßen begeisterte. Er ist ein gefragter Juror und Dozent bei internationalen Wettbewerben und Meisterkursen. Im Oktober 2004 wurde er zum Gastprofessor der Musikhochschule von Shenyang, China ernannt.

1992 gründete er als künstlerischer Leiter den Oberstdorfer Musiksommer. Beim Internationalen Klassikfestival im Allgäu, das er bis 2013 gestaltete, stand für ihn eine intensive Nachwuchsförderung im Mittelpunkt. Die von ihm geprägte Kombination aus Meisterkursen und verschiedenen Konzertpodien für junge Musiker mit einer Reihe hochkarätig besetzter Konzerte setzte Maßstäbe. Sein von hohem Idealismus getragenes Engagement für das Klassikfestival wurde im Oktober 2004 mit dem Förderpreis der Dr. Dazert-Stiftung ausgezeichnet. 2015 wurde Peter Buck zu einem Meisterkurs für Kammermusik an die Musikhochschule Karlsruhe eingeladen. Seitdem gibt er im Rahmen eines Lehrauftrages auch dort sein profundes Wissen an Studierende weiter und folgt so seinem Credo des Generationenvertrages. Diese Maxime setzt er seit acht Jahren als Sprecher der Alumni-Vereinigung der Stuttgarter Musikhochschule mit einer eigenen Konzertreihe um. Bei der zweimal jährlich stattfindenden Alumniade kehren hochkarätige ehemalige Studierende zu Konzerten an ihre Alma Mater zurück.

JADE-Quartett | Foto © Kai Joachim
JADE-Quartett | Streichquartett

JADE meint nicht nur den bedeutungsvollen Schmuckstein, sondern steht insbesondere auch für „JA“, das chinesische Wort für Asien, und „DE“ für die Wahlheimat Deutschland. Diese Verbindung ist auch Programm des Quartetts, dessen besonderes Anliegen es ist, neben der klassischen europäischen Quartettliteratur, immer auch Werke aus der Heimat Asien zur Aufführung zu bringen. Zahlreiche Kompositionen sind speziell für das Jade Quartett geschrieben. Waren bei der Gründung des Jade Quartetts 2001 noch alle vier Musiker aus Taiwan, China und Korea, ist inzwischen der deutsche Bratschist Immo Schaar zu den Geigerinnen Hanlin (Annelie) Liang und Hyun Ji (Lisa) You und der Cellistin Shih-Yu (Gina) Yu gestoßen. Zahlreiche nationale und internationale Preise und eine intensive Konzertkarriere belegen die einzigartige Qualität des Quartetts.

Höhepunkte der gemeinsamen Karriere sind der Gewinn des 3. Preises beim 5th Osaka International Chamber Music Competition 2005,  der l. Preis beim deutschlandweiten Hochschulwettbewerb 2004 und die Verleihung des Iris-Marquart Preises. Das Jade Quartett war außerdem Stipendiat der Stiftung Villa Musica und der Karl Klingler Stiftung. Im Jahr 2005 wurden sie im Bereich Streichquartett aufgrund ihres Wettbewerberfolges in Osaka als „Musiker des Jahres 2005“ gekürt. Im Mai 2007 errangen sie den 1. Preis beim internationalen Interpretationswettbewerb für  zeitgenössische Streichquartette „Klangbrücke“ in München.

Das Ensemble wird regelmäßig zu bedeutenden Festivals wie dem Schleswig-Holstein Festival, Oberstdorfer Musiksommer oder dem Musikalischen Sommer Ostfriesland  eingeladen, gastierte 2009 mit zahlreichen Kammermusikprogrammen beim „First Taipei International Lyricism in 20th Century Music Festival“ und konzertiert darüber hinaus mit über 40 Konzerten pro Jahr in Deutschland, dem europäischen Ausland und Asien. Nach dem Studium beim „Melos- Quartett“ in Stuttgart (Abschluss mit Auszeichnung) verbindet die vier Musiker vor allem mit Prof. Peter Buck (Melos Quartett) und Prof. Wolfram König (Musikhochschule Trossingen) eine intensive musikalische und persönliche Zusammenarbeit. Wesentliche künstlerische Impulse erhielten die Musiker in den vergangenen Jahren insbesondere auch durch Prof. Eberhard Feltz, Prof. Franz Beyer und Prof. Milan Skampa (Smetana Quartett).

Neben der Aufführung der klassischen Streichquartettliteratur hat sich das Jade Quartett vor allem durch die Interpretation zeitgenössischer Werke einen Namen gemacht. Rundfunkmitschnitte (BR / SWR / NDR) und Fernsehportraits dokumentieren die musikalische Arbeit des Quartetts, z.B. im Rahmen der Schwetzinger Festspiele. Ein Portrait des Jade Quartetts wurde in der Sendung SWR Musikdebüt im Jahr 2006 vorgestellt. Im Juni 2008 führten sie das Konzert für Streichquartett und Orchester von Louis Spohr mit dem Evergreen Orchestra in Keelung und Taipei (Taiwan) auf. Nach der CD-Einspielung der Streichoktette von Mendelssohn und Schostakowitsch bei Animato, zusammen mit dem Cuarteto Leonor erschien im Juni 2008 eine weitere CD mit Streichquartetten von Maurice Ravel und Antonin Dvorak, dem „Langsamen Satz“ von Anton Webern und dem „Heldenlied“ des taiwanesischen Komponisten Taishiang Lee.

JADE-QUARTETT:
ANNELIE HANLIN LIANG (Violine)
LISA HYUN JI YOU (Violine)
IGOR MICHALSKI (Viola)
GINA SHIH-YU YU (Violoncello)