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Klavierquartette: Philippe Graffin

Philippe Graffin © Musikalischer Sommer
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Wittmund | Kirche

3. August 2020
20:00 Uhr

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierquartett Es-Dur KV493
Gabriel Fauré
Klavierquartett Nr. 1 c-Moll op. 15

// IWAN KÖNIG Klavier
// PHILIPPE GRAFFIN Violine
// RUTH KILLIUS Violine
// SOL DANIEL KIM Violoncello

Zum Konzert

1785 wurde Mozart von dem Verleger Franz Anton Hoffmeister gebeten, drei Klavierquartette anzufertigen. Sicherlich hatte Hoffmeister leichte, gefällige Stückchen erwartet, doch schon das erste Quartett war so anspruchsvoll, dass er seinen Auftrag schnell zurückzog. Da hatte Mozart jedoch – zum Glück für uns Hörer! – schon ein zweites Quartett geschrieben, das durch verschwenderische Themenvielfalt und lyrische Stimmungen zu begeistern weiß.

Gabriel Faurés Klavierquartett-Erstling bedeutete für den Komponisten einen Neuanfang: In dem klanglich zwischen Romantik und Impressionismus stehenden Werk goss Fauré den Trennungsschmerz über seine kurz zuvor geplatzte Verlobung in Musik, stilistisch durchaus mit Achtung traditioneller Formen, doch vor allem mit eigenen Ideen, die Mut für die Zukunft ausstrahlen.

kultureller Streifzug

Führung durch den Skulpturengarten Funnix
Inmitten des Harlinger Landes liegt das Warfendorf Funnix mit seiner 800 Jahre alten Backsteinkirche. Direkt gegenüber befindet sich der Skulpturengarten des Stahlplastikers Leonard Wübbena. Dieses Gesamtkunstwerk präsentiert während der Sommermonate neben dem Bestand der Sammlung namhafter, zeitgenössischer Stahlbildhauer eine Kunstausstellung mit wechselnden Gastkünstlern, in diesem Jahr zum Thema „Wer hat Angst vor Rot Blau Gelb?“

Treffpunkt: Skulpturengarten, Funnix 2, 26409 Wittmund
Uhrzeit: 18:00 – 19:00 Uhr

Adresse & Anfahrtsbeschreibung

Künstler

Sol Daniel Kim | Foto © Gao Chao Photography
Sol Daniel Kim | Violoncello

„Sol Daniel Kim, der 1990 in Wien geborene Koreaner, huldigte mit romantischer, doch verhaltener Trauer (Liebesklage im Adagio) Dvoráks h-Moll-Konzert (1896) und meisterte schön auch die Passagen in höchster Lage  und die heikelsten Doppelgriffe“, lautete die Kritik der Kleinen Zeitung, als der ehemaliger Schüler des Cellisten Heinrich Schiff im Rahmen des Styriarte Festivals im Stefaniensaal des Musikverein Graz das berühmte Cellokonzert von Antonín Dvorák interpretierte.

Die Verbindung zur Musik entstand, dank seiner Mutter und Opernsängerin Choon-Ae Kim, schon im Mutterleib und so kam es dazu, dass er im Alter von 6 Jahren sich dazu entschied den Weg des Cellisten einzuschlagen und schon mit 9 Jahren als Jungstudent in die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien aufgenommen wurde.

Erst kürzlich trat er gemeinsam mit Gautier Capuçon in der Fondation Louis Vuitton auf, welches auf medici.tv übertragen wurde und spielte auch bei den InselKonzerten auf Herrenchiemsee. Zu dem Musikalischen Sommer im Ostfriesland 2017 wurde er als Dozent für einen Meisterkurs eingeladen.

Derzeit in Berlin ansässig, hat er neben regen Konzerttätigkeiten als Solist und leidenschaftlicher Kammermusiker, im Jahr 2016 das Duoprojekt „CelloGayageum“ ins Leben gerufen. Darin hat er es sich zur Aufgabe gemacht mit der koreanischen Gayageum-istin (koreanische traditionelle Zither) eigens Werke für diese Besetzung zu komponieren, in denen musikalische sowie kulturelle Einheit zwischen dem Westen und dem fernen Osten symbolisiert wird.

Als Solist spielte er mit Orchestern wie den Grazer Philharmonikern, recreation – Grosses Orchester, der Baden-Baden Philharmonie und der Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz nur um ein paar zu nennen und trat in berühmten Sälen wie dem Stefaniensaal des Musikverein Graz, dem Auditorium der Fondation Louis Vuitton in Paris und dem Schubertsaal des Wiener Konzerthauses auf in dem er im Jahr 2009 sein Debut gab.

Im Jahr 2008 war er der Repräsentant für Österreich im Eurovision Young Musicians Wettbewerb und war der 1. Preisträger beim Wettbewerb Gradus ad Parnassum 2011 und 3. Preisträger beim 48. internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen.

Als Orchestermitglied wirkte er 2007 im UBS Verlier Festival Orchestra mit, wo er unter anderem mit berühmten Dirigenten und Solisten wie Zubin Metha, Esa Pekka Salonen, Anne Sophie Mutter und Lang Lang auftrat. Im Jahr 2014 wurde er Mitglied des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks BR und bekam einen einjährigen Zeitvertrag für die Saison 2014/15.

Seine musikalische Ausbildung hat er seinen Lehrern Valentin Erben (Jungstudent),  Heinrich Schiff (Bachelor), Jens Peter Maintz (Master) und Danjulo Ishizaka (Meisterklassenexamen) zu verdanken und schloss alle seine Studiengänge mit Auszeichnung ab. Zuletzt war er Schüler von Gautier Capuçon als Teil der Classe d’excellence de violoncelle 2016/17. Weiters nahm er auch an zahlreichen Meisterkursen mit David Geringas, Gary Hoffmann, Frans Helmerson, Anner Bylsma und Wolfgang Boettcher teil.

Von 2004 – 2010 war er Stipendiat der Rostropovich Cello Foundation der Kronberg Academy und bekam für den Zeitraum ein Cello von Jon van Kouwenhoven geliehen.

Derzeit spielt er auf einem Instrument aus dem Jahr 1825 von Lorenz Mollenberg aus Stockholm, welches ihm von einem großzügigen Sponsor zur Verfügung gestellt wird.

Ruth Killius | Foto © Keith Pattison
Ruth Killius | Viola

Ruth Killius versteht es wie kaum eine andere Künstlerin ihr Instrument zu nutzen um die umfangreiche Violaliteratur von Klassik bis Moderne zu Gehör zu bringen. Durch ihre Vielseitigkeit verleiht sie dem Instrument eine neue Bedeutung. Besonders durch ihr Interesse und Engagement für zeitgenössische Musik gelingt es ihr die Viola fest als Bestandteil des musikalischen 21. Jahrhunderts zu verankern.

Das Standardrepertoire für ihr Instrument erweitert Ruth Killius, die bei Ulrich Koch und Kim Kashkashian studierte, mit zeitgenössischer Musik. Sie wirkte in zahlreichen Uraufführungen mit, z.B. in Brian Ferneyhoughs Streichtrio mit Mitgliedern des Genfer Ensembles Contrechamps und in Elliott Carters Oboenquartett mit Heinz Holliger. Auch inspiriert sie Komponisten: Im Auftrag der Salzburger Festspiele schrieb Heinz Holliger mit „Janus“ ein Doppelkonzert für Violine, Viola und kleines Orchester. Die Uraufführung des dem Duo Thomas Zehetmair und Ruth Killius gewidmeten Doppelkonzerts „That Subtle Knot“ von John Casken mit den Royal Northern Sinfonia hat außerdem große Aufmerksamkeit erhalten.

Zusammen mit Thomas Zehetmair gründete Ruth Killius 1994 das Zehetmair Quartett, das inzwischen zu den führenden Streichquartetten weltweit gehört. In den Medien als Referenzaufnahme besprochen wurde eine Aufnahme mit den Streichquartetten Nr. 4 von Hindemith und Nr. 5 von Bartók, die ebenfalls mit dem Diapason d’Or des Jahres ausgezeichnet wurde. Das jüngst veröffentlichte Album des Ensembles ist Beethoven, Bruckner, Hartmann und Holliger gewidmet.

Für ECM hat Ruth Killius zusammen mit Heinz Holliger und Thomas Demenga eine CD mit Werken von Elliott Carter und Isang Yun aufgenommen. Die beim Label Glossa erschienene Aufnahme mit Mozarts „Sinfonia Concertante“ und dem Orchestra of the Eighteenth Century unter der Leitung von Frans Brüggen gilt als Referenzaufnahme. Die Veröffentlichung einer Einspielung von Bartóks Violakonzert und Caskens Doppelkonzert mit dem Royal Northern Sinfonia ist mit ECM in Planung.

Im Duo mit Thomas Zehetmair ist Ruth Killius in zahlreichen Musikzentren zu hören. Bei ECM erschien im März 2011 das viel beachtete Album „Manto and Madrigals“, inspiriert von Scelsis „Manto“ für einen singenden Viola-Spieler mit Werken u.a. von Bartók, Holliger und Martin?.

Philippe Graffin, Foto © Marco Borggreve
Philippe Graffin © Marco Borggreve
Philippe Graffin | Violine

Der Geiger Philippe Graffin  hat mit seinen Interpretationen des französischen Repertoires internationale Maßstäbe gesetzt. Als einer der wenigen Studenten von Josef Gingold, der selbst Schüler von Ysaye war(dem fast alle der Violinwerke der damaligen Zeit gewidmet waren) ist dies vielleicht sogar „natürlich“. Philipp Graffin machte seine ersten CD-Aufnahmen mit Yehudi Menuhin als Dirigenten und dem Royal Philharmonic Orchetra. Seither hat er viele weit beachtete Einspielungen (inklusive vieler Uraufführungen) auf den Markt gebracht, die ihn als interessanten und hinterfragenden Künstler zeigen. Er hat verschiedene (original eingerichtete Werke)  wiederentdeckt, darunter Chaussons Poème für eine kleine Besetzung  und  eine Version von Ravels Tzigane .Auch hat er völlig vergessenen Werken wieder zur Anerkennung verholfen, darunter das Violinkonzert von Gabriel  Fauré und ein Violinkonzert der englischen Komponisten Coleridge Taylor.  Beide  Konzerte spielte er bei den BBC Proms und nahm sie auch auf CD auf. Die Liste der Einspielungen (bei  Hyperion Records)  von Philippe Graffin ist lang und umfasst auch das Gesamtwerk von Chausson. Philippe Graffin ist Gründer und künstlerischer Leiter des „Consonances“ Kammermusikfestivals in St. Nazaire. Er spielt eine Domenico Busano Geige , die aus dem Jahre 1730 ist und in Venedig gefertigt wurde

Iwan König © Babett Ehrt
Iwan König | Klavier

Iwan König ist seit 2008 stellvertretender Künstlerischer Leiter des Musikalischen Sommers in Ostfriesland. Als Pianist bereiste er Europa, Asien, Amerika und Australien. Er trat in bedeutenden Musikzentren wie der Berliner Philharmonie, Konzerthaus Wien, Musikverein Wien und Chiang Kai-Shek Concert Hall in Taipeh auf und gab Konzerte mit Künstlern wie Vladimir Ashkenazy, Jan Vogler, Zara Nelsova, George Neikrug und Herwig Tachezi. Ein Fernsehauftritt 1978 bei der ARD-Gala „Anneliese Rothenberger stellt vor“ mit seiner Schwester Franziska König (Violine) machte ihn in der Bundesrepublik bekannt. Iwan König ist Preisträger des Chopin-Wettbewerbs in Darmstadt, des internationalen Wettbewerbs „Masterplayers“ in Lugano und des 1. Arthur-Schnabel-Wettbewerbs in Berlin. Von 2005 bis 2007 hatte er eine Gastprofessur in Daejon, Südkorea, inne.